Das moderne “Online Banking” mag ja so seine Vorteile haben; genüßlich von der Bank aus mit dem Laptop am Schoß seine Euros in einen sichereren Hafen verschieben. Doch wir besprechen unsere Vermögensanlagen bevorzugt bei einer Tasse Kaffee persönlich mit unserem Private Banker in einem Bankgebäude mit Ausstrahlung. Am liebsten wohl in der Mutter aller Banken: der von Otto Wagner entworfenen Österreichischen Postsparkasse in Wien.
Eröffnet im Jahr 1906 und architektonisch seiner Zeit weit voraus, demonstriert dieses Gebäude die enorme Wandlungskraft seines Erbauers, der mit neuen Materialen experimentierte und stets minimalistischer entwarf. Otto Wagner machte sich Gedanken über natürlichen Lichteinfall in die “Kassenhalle” und darunter liegende Räume und reduzierte Energiekosten.
Die Façade bedecken quadratische Marmorplatten. Dekorative Elemente finden sich nur im oberen Bereich, den Lorbeer haltende Engel schmücken. Diese wurden von Othmar Schimkowitz entworfen.
Das Gebäude überlebte mehrere Wirtschaftskrisen, sah Kronen, Schillinge und Euros in seinen Safes, vor allem aber blieb es im 2. Weltkrieg von den Bomben verschont. Es dient noch heute als Bank und beherbergt außerdem ein Otto Wagner Museum.
Alle Fotos vom Autor.
Please find the English version of this article here.
Freitag, 6. Januar 2012
Donnerstag, 5. Januar 2012
Leibesübungen (3): Beach Rugby
Joseph Roth antwortete einst auf die Frage eines anderen Kaffeehausgastes im niederländischen Zandvoort aan Zee, ob er denn auch im Meer schwimme: “Gehen denn Fische ins Café?” Während also so mancher unserer Gäste eher einer “no sports” Philosophie nachstrebt, sind wir doch selbst Befürworter körperlicher Ertüchtigung, am liebsten an frischer Luft, um Körper und Geist in Einklang zu bringen.
Heute ein Foto von Jacques-Henri Lartigue.
Mittwoch, 4. Januar 2012
Schleier (2)
Im Café Marquardt widersetzen wir uns vollen Herzens gegen alle populistischen und fundamentalistischen Strömungen. Und plädieren so auch für eine sofortige Wiedereinführung des Gesichtsschleiers.
Hier ein Foto von Jacques Henri Lartique von Modell und Muse Renée Perle aus den frühen 1930er Jahren.
Leibesübungen (2): Schwingball
Joseph Roth antwortete einst auf die Frage eines anderen Kaffeehausgastes im niederländischen Zandvoort aan Zee, ob er denn auch im Meer schwimme: “Gehen denn Fische ins Café?” Während also so mancher unserer Gäste eher einer “no sports” Philosophie nachstrebt, sind wir doch selbst Befürworter körperlicher Ertüchtigung, am liebsten an frischer Luft, um Körper und Geist in Einklang zu bringen.
Heute die Demonstration einer neuer Sportart, das “Schwingballspiel”, bei dem es darauf ankommt, den Gegner mit dem Ball zu treffen.
Amsterdam Amsteldijk, 3. August 1930. N.V. Vereenigde Fotobureaux.
Dienstag, 3. Januar 2012
"Kaffeehaus"
Du hast Sorgen, sei es diese, sei es jene --- ins Kaffeehaus!
Sie kann, aus irgendeinem, wenn auch noch so plausiblen Grunde, nicht zu dir kommen --- ins Kaffeehaus!
Du hast zerrissene Stiefel --- Kaffeehaus!
Du hast 400 Kronen Gehalt und gibst 500 aus --- Kaffeehaus!
Du bist korrekt sparsam und gönnst dir nichts --- Kaffeehaus!
Du bist Beamter und wärest gern Arzt geworden --- Kaffeehaus!
Du findest Keine, die Dir paßt --- Kaffeehaus!
Du stehst innerlich vor dem Selbstmord --- Kaffeehaus!
Du haßt und verachtest die Menschen und kannst sie dennoch nicht missen --- Kaffeehaus!
Man kredidiert dir nirgends mehr --- Kaffeehaus!
Peter Altenberg, Vita ipsa, Berlin 1919, S. 186f.
Sie kann, aus irgendeinem, wenn auch noch so plausiblen Grunde, nicht zu dir kommen --- ins Kaffeehaus!
Du hast zerrissene Stiefel --- Kaffeehaus!
Du hast 400 Kronen Gehalt und gibst 500 aus --- Kaffeehaus!
Du bist korrekt sparsam und gönnst dir nichts --- Kaffeehaus!
Du bist Beamter und wärest gern Arzt geworden --- Kaffeehaus!
Du findest Keine, die Dir paßt --- Kaffeehaus!
Du stehst innerlich vor dem Selbstmord --- Kaffeehaus!
Du haßt und verachtest die Menschen und kannst sie dennoch nicht missen --- Kaffeehaus!
Man kredidiert dir nirgends mehr --- Kaffeehaus!
Peter Altenberg, Vita ipsa, Berlin 1919, S. 186f.
Montag, 2. Januar 2012
Marianne Breslauer in Amsterdam
Auch die Fotografin und Vertreterin des “Neuen Sehens” Marianne Breslauer lief durch die Straßen Amsterdams. Am 20. November 1909 in Berlin geboren, flüchtete sie 1933 aus Deutschland, um sich 1936 schließlich in Amsterdam niederzulassen. Hier heiratete sie den Kunsthändler Walter Feilchenfeldt. Das Fotografieren gab sie 1937 auf und widmete sich zusammen mit ihrem Mann dem Kunsthandel. Sie bezeichnete die Fotografie als "eine Arabeske in meinem Leben". 1939 zogen die Breslauers nach Zürich.
Marianne Breslauer starb am 7. Februar 2001 in Zürich.
Das Joods Historisch Museum in Amsterdam zeigte 2011 Werke von Marianne Breslauer. Ein Artikel findet sich hier.
Ein Artikel der NZZ vom 16. März 2010 hier.
Marianne Breslauer starb am 7. Februar 2001 in Zürich.
Das Joods Historisch Museum in Amsterdam zeigte 2011 Werke von Marianne Breslauer. Ein Artikel findet sich hier.
Ein Artikel der NZZ vom 16. März 2010 hier.
Sonntag, 1. Januar 2012
Joseph Roth im Café Le Tournon, 1938
Joseph Roth (rechts) mit Joachim Dohrn, Germaine Alazard, Herrn Zilz im Pariser Café Le Tournon, 1938. Sammlung Senta Lughofer, Linz.
1938. Josef Roth am Kaffeehaustisch. Wie Zeit seines Lebens. Umringt von Freunden und Bekannten. Diskutierend, schreibend. Diese unglaubliche Gabe, in diesem Gewurl schreiben zu können. Seine besten Werke schreibt er in der Öffentlichkeit.
Zu dieser Zeit ist Roth schon stark gezeichnet vom Alkohol. Es sind die letzten Monate seines Lebens (er stirbt am 27. Mai 1939). Er ist körperlich am Ende. Dazu kommen Schreckensmeldungen aus Deutschland und Österreich. Der “Anschluß” Österreichs wird am 13. März 1938 vollzogen. Zehntausende jubeln Hitler am Wiener Heldenplatz zu. Die Welt schaut tatenlos zu.
Roth ist damit endgültig von Wien und seiner psychisch schwer kranken Frau getrennt (Friedl wird schließlich im Juli 1940 von den Nazis in der Vernichtungsanstalt Hartheim bei Linz ermordet). Mit dem Anschluß platzen die letzten Hoffnungen Roths. Hoffnungen, die eigentlich ohnehin nur Seifenblasen waren, die fixe Idee, das alte Österreich unter den Habsburgern könnte wiederauferstehen.
Dafür war Roth sogar kurz vor dem Anschluß, Ende Februar bis Anfang März 1938, noch nach Wien gereist. Um im Auftrag der Legitimisten bei Bundeskanzler Schuschnigg zugunsten einer Regierungsübernahme durch Otto von Habsburg zu intervenieren. Mit leeren Händen kehrte er ins Pariser Exil zurück.
Aber auch dort hat Roth vor kurzem ein anderes Zuhause verloren: sein geliebtes Hôtel Foyot wurde 1937 abgerissen. Auch dies ein schwerer Schlag. Er beschreibt den Abriss und seine Gefühle aus dem gegenüberliegenden Café: “Jetzt sitze ich gegenüber dem leeren Platz und höre die Stunden rinnen. Man verliert eine Heimat nach der anderen, sage ich mir. … Das Elend hockt sich neben mich, wird immer sanfter und größer, der Schmerz bleibt stehen, wird gewaltig und gütig, der Schrecken schmettert heran und kann nicht mehr schrecken.”
Nun wohnt er im Hôtel de la Poste, zumindest in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Foyot auch in der Rue de Tournon gelegen, und zusammen mit wichtigen Freunden wie Soma Morgenstern.
Finanziell kämpft Roth weiterhin ums Überleben. Trotz seiner eigenen Geldnot bleibt er weiterhin Emigranten unterstützen.
Es ist für mich ein Wunder, daß trotz dieser schweren körperlichen, psychischen, finanziellen und politischen Umstände Roth an so beeindruckenden Werken wie der "Legende vom heiligen Trinker" schreiben kann. In dieser Atmosphäre entsteht Ende November 1938 in Paris die berühmte Zeichnung von Mies Blomsma. Roth kommentiert sie mit “Das bin ich wirklich; böse, besoffen aber gescheit. Joseph Roth.” Mies Blomsma hatte Roth zusammen mit ihrem Freund Gerth Schreiner in Paris aufgesucht. Ein Artikel dieses Zusammentreffens erschien im der niederländischen Zeitung “Het Volk”.
Mies Blomsmas Porträt von Joseph Roth, Paris, November 1938.
Joseph Roth im Café Le Tournon, Paris, 1938. Sammlung Senta Lughofer, Linz.
Im Spätherbst reist Roch nach Amsterdam, um mit dem Verlag de Lange zu verhandeln. Er steigt im Hotel Eden ab. Das schicke Hotel Americain am Leidseplein kann er sich nicht mehr leisten. Fritz Landshoff schreibt: “Joseph Roth verbrachte einen großen Teil des Tages im Hotel, vom frühen Morgen an schreibend und rauchend und trinkend. Er hatte schon geraume Zeit vor dem Exil in Berlin das Essen nahezu aufgegeben. … Ich suchte ihn im Hotel auf, abends oft im Café Reynders, manchmal im Hotel Americain oder bei Keizer. Von allen Autoren, die Deutschland verlassen hatten, war er einer der sehr wenigen, der (obgleich er niemals auch nur versucht hatte, ein Wort holländisch zu lernen) Kontakt mit einigen holländischen Autoren hatte.” – Fritz H. Landshoff: Amsterdam, Keizersgracht 333.
Ende Dezember 1938 erscheint "Die Kapuzinergruft" im niederländischen Verlag "De Gemeenschap". In der Kapuzinergruft wird die Familiengeschichte der Trottas aus dem “Radetzkymarsch” in die Zwischenkriegszeit bis an den Anschluß fortgesponnen. In Anbetracht der politischen Entwicklungen hatte Roth auf eine Vorverlegung des Erscheinungsdatums dieses Romans gedrängt. Dafür wird die Publikation der 1938 (endlich – weil schon 1936 begonnen und immer wieder vom Verlag eingefordert) fertigen "Geschichte von der 1002. Nacht" bis 1939 aufgeschoben.
Einband von "Die Kapuzinergruft" aus dem Verlag De Gemeenschap, Bilthoven, Niederlande.
Samstag, 31. Dezember 2011
Guten Rutsch und Prosit Neujahr!
Entwurf (vermutlich) für eine Neujahrs-Postkarte von Fritz Schönpflug (* 15. Juni 1873 in Wien; † 18. Februar 1951 in Wien). Aquarellierte Federzeichnung.
Freitag, 30. Dezember 2011
Dekadenz (2)
In dem Kreis, in dem ich verkehrte, galt die Liebe als eine Verirrung, ein Verlöbnis war so etwas wie eine Apoplexie und eine Ehe ein Siechtum. Wir waren jung. An eine Heirat dachte man zwar als eine unausbleibliche Folge des Lebens, aber ähnlich, wie man an eine Sklerose denkt, die wahrscheinlich in zwanzig oder dreißig Jahren notwendig eintreten muß. … Wenn ich manchmal unerwartet zu meinen Freunden stieß, glaubte ich aus ihrem plötzlichen Schweigen schließen zu müssen, daß sie soeben, vor meiner Ankunft, von meiner Liebe zu Elisabeth Kovacs gesprochen hatten, und ich war verdüstert, als hätte man mich auf einer Missetat ertappt, als hätte man eine verfemte, geheime Schwäche bei mir entdeckt. In den wenigen Stunden aber, in Denen ich mit Elisabeth allein war, glaubte ich zu spüren, wie sinnlos und sogar frevlerisch der Spott meiner Freunde war, ihre Skepsis und ihre hochmütige “Dekadenz”.
Joseph Roth: Die Kapuzinergruft, 1938
Joseph Roth: Die Kapuzinergruft, 1938
Donnerstag, 29. Dezember 2011
Große Prater-Schaukel
Dies sind eure Absinth-Räusche des Lebens, Mädchen aus dem Volke! Alles wird zuunterst zuoberst gekehrt, gestürzt! Und beim Tal-abwärts kreischt ihr vor Angst und Erregung! Hier vergeßt ihr, daß der Zins vor der Türe ist und daß man in jedem Augenblicke schwanger werden und verlassen werden könnte! Hier erlebt ihr eure Meerfahrt-Emotionen, Seekrankheit für 10 Kreuzer!
Und nachher in die Wiesen, in die dunklen weiten Wiesen!
Pfeife, Schurl, wenn Polizei kommt!
Peter Altenberg, in: Was der Tag mir zuträgt, Berlin 1901
Die Hauptallee im Prater.
Wurstelprater mit Riesenrad.
Und nachher in die Wiesen, in die dunklen weiten Wiesen!
Pfeife, Schurl, wenn Polizei kommt!
Peter Altenberg, in: Was der Tag mir zuträgt, Berlin 1901
Die Hauptallee im Prater.
Wurstelprater mit Riesenrad.
Mittwoch, 28. Dezember 2011
Dekadenz (1)
Es war damals, kurz vor dem großen Kriege, ein höhnischer Hochmut in Schwung, ein eitles Bekenntnis zur sogenannten “Dekadenz”, zu einer halb gespielten und outrierten Müdigkeit und einer Gelangweiltheit ohne Grund. In dieser Atmosphäre verlebte ich meine besten Jahre. In dieser Atmosphäre hatten Gefühle kaum einen Platz, Leidenschaften gar waren verpönt. Meine Freunde hatten kleine, ja, unbedeutende “Liaisons”, Frauen, die man ablegte, manchmal sogar herlieh wie Überzieher; Frauen, die man vergaß, wie Regenschirme, oder absichtlich liegenließ, wie lästige Pakete, nach Denen man sich nicht umsieht, aus Angst, sie könnten einem nachgetragen werden.
Joseph Roth: Die Kapuzinergruft, 1938
Joseph Roth: Die Kapuzinergruft, 1938
Dienstag, 27. Dezember 2011
Schauspielerin Tala Birell mit einer Skulptur von Franz Hagenauer
Carl Hagenauer (1872-1928) founded a workshop for artistic metal works in Vienna/Austria in 1898, the “Werkstätte Hagenauer” – marking the heyday of metalworking in the arts and crafts. It should become a legendary company that produced outstanding metal (and later also wood) sculptures until 1987.
At first Carl Hagenauer produced those classic Viennese bronze objects modeled after antiquity and old masters. Flowing lines and soft natural forms were typical of the works of the young entrepreneur who had been trained as a goldsmith and silversmith, chaser and belt-maker. Within a very short time Hagenauer became the leading representative of metalworking in Viennese arts and crafts.
The next generation, the brothers Karl and Franz, introduced a stylistic shift, which meant world fame for Hagenauer. The architect Karl Hagenauer had already worked as a student in his family’s company as well as for master teacher Josef Hoffmann and the Wiener Werkstätte. From then on clear geometric contours ruled supreme, and the non-functional ornament was declared obsolete. Karl Hagenauer and his younger brother Franz, who found his artistic calling in sculpture, were clearly ahead of their times in anticipating a stylistic development that later became well known as “Northern design”.
WWII brought an abrupt end to the Hagenauer’s economic success and the company now had to get by with a different assortment and alternative materials. The range of products was thus expanded in the post-war eras to include funny animal figures and pleasingly designed functional objects made of wood. Following Franz Hagenauer’s death in September 1986 production continued for another year. After this one of the most successful chapters in Austria’s metal processing industry came to a halt.
I had the chance to take pictures of some objects during an exhibition in Vienna showing works by the Hagenauer workshop for the first time in 40 years. Today the main part of the diverse and stylistically highly innovative examples of Austrian design history is to be found in private collections, also in those of Andy Warhol and Barbara Streisand.
Mehr Fotos über die Werkstätte Hagenauer auf flickr.
L'assassinant de Baltard von Jean-Claude Gautrand
In 1972, Jean-Claude Gautrand (born in 1932) shot a series of images of the deconstruction of a famous market hall in Paris, the “halles de Baltard”. The series is titled “l’Assassinat de Baltard”.
These images are enormously striking: the elegance of the steel construction amidst the power of the explosion, the play of light in the dust clouds.
Schleier (1)
Im Café Marquardt widersetzen wir uns vollen Herzens gegen alle populistischen und fundamentalistischen Strömungen. Und plädieren so auch für eine sofortige Wiedereinführung des Gesichtsschleiers.
Leibesübungen (1): Le Tour in den 1930er Jahren
Joseph Roth antwortete einst auf die Frage eines anderen Kaffeehausgastes im niederländischen Zandvoort aan Zee, ob er denn auch im Meer schwimme: “Gehen denn Fische ins Café?” Während also so mancher unserer Gäste eher einer “no sports” Philosophie nachstrebt, sind wir doch selbst Befürworter körperlicher Ertüchtigung, am liebsten an frischer Luft, um Körper und Geist in Einklang zu bringen.
Heute eine Ehrbezeugung an die "Helden der Landstraße" mit einem Artikel, der im Juli 2010 auf Dieselpunks.org gepostet wurde:
July is traditionally the month of the Tour de France. Reason enough to look back at the heroes of road in the 1930s, at a time when roads were predominantly dirt tracks, derailleur use wasn't allowed and competitors carried their spare tire wrapped around their shoulders.
The 1930s saw further commercialization of the Tour with some radical changes compared to the competition in the 1920s. Cycle manufacturers' teams were replaced by national squads of eight riders, picked by Tour inventor Henri Desgrange and paid by the Tour. Everyone would ride identical bikes. And the publicity caravan was introduced to make up the cash shortfall from the absence of the cycle-makers and their teams.
Until 1937, the derailleur systems allowing riders to change gears without removing their wheels were not allowed despite them being widely used by the public. This left riders to get off and turn their wheel around every time the road changed from uphill to downhill.
Federico Ezquerra from Spain in the Tour of 1934.
Cover of VU magazine, 30 July 1930
1930s conté crayon drawing by René "Pellos" Pellarin.
André Leducq won the Tour de France in 1930 and 1932.
1930s Art Deco design by A. M. Cassandre for Dubonnet showing a tour racer sipping the light and refraissant French aperitif.
In stage 16 of the 1930 Tour Benoit Faure and André Leducq approach the summit of the Col du Galibier.
Antonin Magne on the downhill from the Tourmalet in 1930.
Gino Bartali (right) and a French rider in the 1930 Tour.
André Leducq and Adolf Schoen in 1930.
Heute eine Ehrbezeugung an die "Helden der Landstraße" mit einem Artikel, der im Juli 2010 auf Dieselpunks.org gepostet wurde:
July is traditionally the month of the Tour de France. Reason enough to look back at the heroes of road in the 1930s, at a time when roads were predominantly dirt tracks, derailleur use wasn't allowed and competitors carried their spare tire wrapped around their shoulders.
The 1930s saw further commercialization of the Tour with some radical changes compared to the competition in the 1920s. Cycle manufacturers' teams were replaced by national squads of eight riders, picked by Tour inventor Henri Desgrange and paid by the Tour. Everyone would ride identical bikes. And the publicity caravan was introduced to make up the cash shortfall from the absence of the cycle-makers and their teams.
Until 1937, the derailleur systems allowing riders to change gears without removing their wheels were not allowed despite them being widely used by the public. This left riders to get off and turn their wheel around every time the road changed from uphill to downhill.
Federico Ezquerra from Spain in the Tour of 1934.
Cover of VU magazine, 30 July 1930
1930s conté crayon drawing by René "Pellos" Pellarin.
André Leducq won the Tour de France in 1930 and 1932.
1930s Art Deco design by A. M. Cassandre for Dubonnet showing a tour racer sipping the light and refraissant French aperitif.
In stage 16 of the 1930 Tour Benoit Faure and André Leducq approach the summit of the Col du Galibier.
Antonin Magne on the downhill from the Tourmalet in 1930.
Gino Bartali (right) and a French rider in the 1930 Tour.
André Leducq and Adolf Schoen in 1930.
Friederike (Friedl) Reichler, 1922
Friederike (Friedl) Reichler, die spätere Frau Joseph Roths, im Jahre 1922.
Soma Morgenstern schrieb in seinem Buch "Joseph Roths Flucht und Ende": “Sie war ein hübsches Mädchen, die Friedl. Schlank, mit langen Beinen, einem feingeschnittenen Gesicht, und einem süffisanten Lächeln um den kleinen Mund.“
Ein Friedl gewidmeter Artikel von Andreas Hutter in der NZZ vom 7. März 2011 hier.
Blue Flamingo CD Cover

Cover einer kuerzlich entdeckten CD "with three musical journeys compiled by Ziya Ertekin alias Blue Flamingo" (Excelsior Recordings).
Kühne Avances
Die kleinste, die geringste ihrer Handlungen und Gesten rührte mich tief, denn ich fand, daß jede Bewegung ihrer Hand, jedes Kopfnicken, jedes Wippen ihres Fußes, ein Glätten des Rocks, ein leises Hochheben des Schleiers, das Nippen an der Kaffeetasse, eine unerwartete Blume am Kleid, ein Abstreifen des Handschuhs eine deutliche und unmittelbare Beziehung zu mir verrieten – und nur zu mir. Ja, aus manchen Anzeichen, die zu jener Zeit wohl schon zur Gattung der sogenannten „kühnen Avances“ gezählt werden mochten, glaubte ich mit einigem Recht entnehmen zu müssen, daß die Zärtlichkeit, mit der sie mich anblickte, die scheinbar unwillkürliche und höchst zufällige Berührung meines Handrückens oder meiner Schulter, bindende Versprechungen waren, Versprechungen großer, köstlicher Zärtlichkeiten, die mir noch bevorstünden, wenn ich nur mochte, Vorabende von Festen, an deren kalendarischer Sicherheit gar nicht mehr zu zweifeln war.
Joseph Roth, Die Kapuzinergruft, S. 20
Joseph Roth, Die Kapuzinergruft, S. 20
Madame Chauchat (2)
Es kam zu folgendem. In einer Eßpause wandte Frau Chauchat sich nachlässig um und musterte den Saal. Hans Castorp war auf dem Posten gewesen: ihre Blicke trafen sich. Indes sie einander ansahen – die Kranke unbestimmt spähend und spöttisch, Hans Castorp mit erregter Festigkeit (er biß sogar die Zähne zusammen, während er ihren Augen standhielt), - will ihr die Serviette entfallen, ist im Begriffe, ihr vom Schoße zu Boden zu gleiten. Nervös zusammenzuckend greift sie danach, aber auch ihm fährt es in die Glieder, es reißt ihn halbwegs vom Stuhle empor, und blindlings will er über acht Meter Raum hinweg und um einen zwischenstehenden Tisch herum ihr zu Hilfe stürzen, als würde es eine Katastrophe bedeuten, wenn die Serviette den Boden erreichte… Aber aus ihrer gebückten Haltung, überquer zu Boden geneigt, die Serviette am Zipfel und mit verfinsterter Miene, offenbar ärgerlich über die unvernünftige kleine Panik, der sie unterlegen und an der sie ihm, wie es scheint, die Schuld gibt, - blickt sie noch einmal nach ihm zurück, bemerkt seine Sprungstellung, seine emporgerissenen Brauen und wendet sich lächelnd ab.
Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 199
Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 199
Madame Chauchat (1)
Statt aber zum Guten Russentisch zu gehen, bewegte die unerzogene Frau sich ohne Laut auf Hans Castorp zu und reichte ihm schweigend die Hand zum Kusse, - aber nicht den Handrücken reichte sie ihm, sondern das Innere, und Hans Castorp küßte sie in die Hand, in ihre unveredelte, ein wenig breite und kurzfingrige Hand mit der aufgerauhten Haut zu Seiten der Nägel.
Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 130
Thomas Mann, Der Zauberberg, S. 130
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