Freitag, 2. Oktober 2015


Horacio Coppola: Avenida Diaz Velez al 4800 (Detail), 1936. Quelle: artblart

Ringl + Pit: Hut und Handschuhe, 1930. Quelle: artblart

Ringl + Pit: Komol, 1931. Quelle: artblart

Grete Stern: D.L.H., 1925. Quelle: artblart

Grete Stern: Sueño No. 7: Who Will She Be?, 1949. Quelle: artblart

Horacio Coppola: Calle Florida (Detail), 1936. Quelle: artblart

Reiner Stach und Leo Frijda über Franz Kafka und dessen Jugend im Goethe Institut Amsterdam

Der junge Franz Kafka, 1901. Quelle: kafkakring


Am 7. Oktober 2015 findet im Amsterdammer Goethe Institut eine Veranstaltung zu Franz Kafka statt. Vortragende sind der Kafka Biograf Reiner Stach  und Leo Frijda. Weitere Informationen hier.

Letztes Jahr erschien der letzte und abschließende Band der monumentalen Kafka-Biographie Rainer Stachs: Kafka – Die frühen Jahre. Der Kafka Kring nimmt dies zum Anlass, um sich bei der diesjährigen Zusammenkunft ganz diesem Thema widmen: Kafkas Jugend.
Dabei wird besonders zwei Fragen nachgegangen:
1. Inwiefern sind die Ursprünge des späteren Werk Kafkas bereits in dessen Jugend zu finden?
2. Inwieweit hat Kafkas Erfahrung mit dem jüdischen Glauben, besonders das Jüdisch-Sein in seiner Jugend, sein späteres Leben beeinflusst?

Der ersten Frage wird Reiner Stach selbst nachgehen. Er ist der Verfasser der Biografie, die zu Recht als das Standardwerk in Bezug auf Kafkas Leben gilt. 2002 erschien der zweite Band Kafka – Die Jahre der Entscheidungen (1910-15) und 2008 der dritte Band Kafka – Die Jahre der Erkenntnis (1915-1924). 2013 las er auf Einladung des Kafka-Krings aus seinem Buch Ist das Kafka? 99 Fundstücke (2012).

Der zweiten Frage wird sich Leo Frijda, ehemaliger Richter und Vorstandsmitglied verschiedener jüdischer Organisationen, annehmen. Seit seiner Pensionierung schreibt er u.a. eine Kolumne für die Website des Joods Educatief Centrum Crescas. Im März letzen Jahres wurde seine Kolumnensammlung über Kafka, Op het balkon van de elektrische tram, im Goethe-Institut Amsterdam vorgestellt.

Ausgewählte Texte Kafkas, die auf unterschiedliche Weise das Verhältnis beider Themen ausleuchten, werden vom Schauspieler und Theatermacher Boris van den Wijngaard vorgetragen.

In Zusammenarbeit mit dem Kafka Kring und der Genootschap Nederland-Duitsland.
 


Freitag, 19. Juni 2015

Joseph Roth in Amsterdam: Impressionen aus dem Torpedo (ex-Parool) Theater in Amsterdam


Mathijs Deen sprach gestern Abend mit Els Snick und Tommy Wieringa über gefälschte Unterschriften, mehrfach verkaufte Manuskripte, was ein Schluck Wasser auslösen kann, familiäre Zustände im Hotel Eden, blonde Neger, die Wahrheit in der Journalistik und Vieles mehr. 

Dann tauchte auch noch ein unbekanntes Foto auf, das Joseph Roth in Amsterdam zeigen sollte. Der Saal einstimmig: das kann er nicht sein. Aus Wien, dem Sitz der Internationalen Joseph Roth Gesellschaft, wurde bestätigt: das ist nicht der Roth. Roth selbst hätte geschmunzelt. 






Donnerstag, 4. Juni 2015

Joseph Roth in Amsterdam: Lesung mit Els Snick und Tommy Wieringa

Am Donnerstag 18. Juni 2015 halten Els Snick und Tommy Wieringa eine Lesung zu Joseph Roth in Amsterdam im Torpedo Theater (voormaliges Parool Theater). Hier die offizielle Ankuendigung:

Binnenkort verschijnt De blonde neger en andere portretten van de grote journalist Joseph Roth (Uitgeverij Bas Lubberhuizen). Samenstelling en vertaling ELS SNICK. Reden genoeg om bijeen te komen. Els, niet voor niets 'vertegenwoordiger van Roth op aarde' genoemd, zal het niet alleen over dit boek hebben, maar ook over Roths belevenissen in Amsterdam. Met lichtbeelden! We zien fragmenten uit de film De Legende van de Heilige drinker. Onder leiding van presentator MATHIJS DEEN wisselt ze van gedachten over Roth met liefhebber en Roth-inleider TOMMY WIERINGA. En we drinken de glaasjes die Roth ook zo graag dronk.

Anmelden kann hier.

Donnerstag, 28. Mai 2015

Cecil Beaton: Selbstporträt im Spiegel. Quelle: redlist

Joseph Roth und das Kino. Lesung und Buchpräsentation im Wiener Filmhauskino


„Drei Sensationen und zwei Katastrophen - Feuilletons zur Welt des Kinos“: Rund hundert wunderbare, bis dato unbekannte Texte von Joseph Roth haben Helmut Peschina und Rainer-Joachim Siegel zu einem bemerkenswerten Buch kompiliert. Burgschauspieler Ignaz Kirchner liest daraus am 30. Mai um 20 Uhr im Filmhaus Kino am Spittelberg.

Der österreichische Autor Joseph Roth (1894-1939) hat nicht nur große Romane geschrieben (Die Rebellion, Radetzkymarsch, Die Kapuzinergruft), sondern in den 1920er und 30er Jahren als Journalist auch viele interessante Texte publiziert. Das damals noch neue Medium Film spielte bei Roth eine große Rolle, er war neugierig, oft skeptisch, gelegentlich auch begeistert. Helmut Peschina und Rainer-Joachim Siegel haben jetzt im Wallstein Verlag einen Band mit „Feuilletons zur Welt des Kinos“ herausgegeben: „Drei Sensationen und zwei Katastrophen“. Rund hundert Texte von Joseph Roth zum Thema Film haben die Herausgeber gefunden, sie wurden zunächst in der Wiener Zeitschrift „Die Filmwelt“ und dann vor allem im Berliner Börsen-Courier und in der Frankfurter Zeitung veröffentlicht. Roth hat sich nicht als professionellen Filmkritiker gesehen, sondern als Beobachter der Kunstszene, in die er auch das Kino einbezog. Er konnte scharf urteilen.

So schreibt er über den zweiten Teil der Nibelungen: „Man hat den zweiten Teil des Nibelungenfilms mit großer Spannung erwartet. Er hat enttäuscht. Ja, er ist sogar eine Katastrophe. Denn er ist, was gerade noch ein altes Epos sein darf, ein Film aber unter keinen Umständen: langweilig. (…) Es ist hart, einem so begabten Filmregisseur wie Fritz Lang sagen zu müssen, daß seine Mühe größer war als seine Achtung vor dem Sujet.“ (Frankfurter Zeitung, 14.5.1924).

Eine fast klassische Filmkritik schrieb Roth über Murnaus Der letzte Mann, mit einer Verneigung vor dem Autor Carl Mayer und dem Hauptdarsteller Emil Jannings, skeptischen Bemerkungen zum Epilog („ironischer Konzessions-Schluß“) und dem Resümée: „einer der besten Filme nicht nur Deutschlands, sondern der Welt“. (Frankfurter Zeitung, 8.1.1925).

Roths große Liebe galt Charles Chaplin, seine Verachtung den amerikanischen Erfolgsfilmen. Im Anhang enthält das Buch zwei Treatments: „Kinder des Bösen“ und „Der letzte Karneval von Wien“. 80 Seiten Anmerkungen liefern wichtige Informationen zu den Texten. Das Nachwort der Herausgeber beschreibt das ambivalente Verhältnis von Joseph Roth zum Film.

Buchpräsentation am 30. Mai um 20 Uhr im Filmhaus Kino bei freiem Eintritt. Kartenvorbestellungen unter office@stadtkinowien.at.
Joseph Roth (links in albanischer Tracht) auf seiner journalistischen Reise durch Südslawien und Albanien 1927. Bild aus einem Vortrag von Dr. Heinz Lunzer, den dieser gestern im Literaturhaus Wien gehalten hat.

Montag, 25. Mai 2015

Lee Miller in der Wiener Albertina






Noch bis zum 16. August ist in der Wiener Albertina eine Lee Miller Ausstellung zu sehen. Text Albertina:

Lee Miller (1907-1977) zählt zu den faszinierendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. In knapp 16 Jahren fertigte sie ein vielfältiges fotografisches Werk an, das unterschiedlichste Genres in sich vereint. Von surrealistischen Bildern über Mode-, Reise- und Porträt- bis hin zur Kriegsreportagefotografie reicht Millers Oeuvre, das die Albertina anhand von rund 100 Objekten erstmals in seiner Breite in Österreich zeigt.

Lee Miller begann ihre künstlerische Karriere 1929 als surrealistische Fotografin in Paris. Oftmals in Kollaboration mit Man Ray fertigte sie Bilder an, in denen sie Motive durch enge Bildausschnitte und experimentelle Techniken, wie die Solarisation, verfremdete und so eine paradoxe Wirklichkeit sichtbar machte.

Den surrealistischen Blick bewies Miller ebenso auf den Straßen von Paris, wo sie in alltäglichen Motiven Absurditäten entdeckte, aber auch in späteren Porträtfotos, die sie ab 1932, zur Zeit der großen Rezession, in ihrem Fotostudio in New York aufnahm. Miller blieb nur kurz in den USA, bereits 1934 zog sie nach Ägypten, wo Reisefotografien entstehen, in denen sie die Landschaft in modernistische und zweideutige Formen übersetzte. Ägypten war nur eine weitere Zwischenstation auf Millers Lebensweg, 1938 übersiedelte sie nach England. Diese biografischen Aspekte sind für das Verständnis von Lee Millers fotografischem Werk bedeutsam, ist dieses doch untrennbar mit ihrem Unabhängigkeitsdrang verbunden. Als Reportagefotografin lichtet sie ab 1940 die desaströsen Folgen des Zweiten Weltkrieges ab. Lee Miller fotografierte den Angriff durch die deutsche Luftwaffe auf London („Blitz“) ebenso wie später die Befreiung von Paris. Auf ihrer Reise nach München 1945 entstand jenes berühmte Portrait, in dem sie nackt in der Badewanne von Adolf Hitler zu sehen ist - nachdem Miller zuvor als eine der ersten Fotografen und Fotografinnen die Verbrechen in den eben befreiten Konzentrationslagern in Dachau und Buchenwald festhielt.
Ihre Reportagen führten sie 1945 über Salzburg nach Wien, wo sie das zerstörte Stadtbild ebenso fotografierte, wie die Not in den Kinderspitälern. Auf dieser großteils unveröffentlichten Werkgruppe liegt der besondere Fokus der Ausstellung.


Kurator: Walter Moser

Buchpräsentation
Eine Amerikanerin in Hitlers Badewanne | Elisabeth Bronfen | Hoffmann und Campe Verlag
24. Juni 2015 | 18:30 Uhr | Eintritt frei

Freitag, 3. April 2015

76. Todestag von Joseph Roth

Am 27. Mai 2015 finden zum 76. Todestag Jospeh Roths mehrere Veranstaltungen statt.

In Wien hält Dr. Heinz Lunzer eine Lesung zu Joseph Roths Reise nach „Südslawien“ und Albanien im Jahr 1927. Beginn um 19 Uhr im Literaturhaus in 1070 Wien, Zieglergasse 26a. Alle Informationen hier.

In Amsterdam hebt die Joseph Roth Genootschap das Glas zu Ehren Roths im Café Scheltema. Beginn 17 Uhr. Im Anschluß wird im Perdu das Buch “Jospeh Roth – de blonde neger en andere portretten” präsentiert. Anmeldung via DeBuren.
 
 
 

 

Freitag, 6. März 2015

Xavier Mellery: Herbst, 1893. Quelle: artmagick

 
Ellen Auerbach: Grete Stern, 1929. Quelle: pinterest

Ellen Auerbach: Modefoto, 1930. Quelle: pinterest

Ellen Auerbach und Grete Stern: Stella Steyn, 1934. Quelle: pinterest

Ellen Auerbach: Renate Schottelius, 1946. Quelle: pinterest

Ellen Auerbach: Renate Schottelius, New York 1947. Quelle: galeriemoench

Eric Schaal: Alfred Döblin, New York May 1939. Quelle: kuensteimexil

Sonntag, 15. Februar 2015

Wanderung zur Ruine Schrattenstein, 1919. Quelle: amarquardt

Veranstaltung zu Joseph Roth und Joseph Wittlin in Wien


 
 
„Große polnisch-österreichische Freundschaften“ – Joseph Roth & Józef Wittlin
19.02.2015, 18:00 Polnisches Institut Wien, Am Gestade 7, 1010 Wien
 
Zwei Söhne Galiziens – der eine wurde ein deutschsprachiger, der andere ein polnischer Schriftsteller, beide berühmt auf ihre Weise. Während Roth, 1894 in Brody geboren, dort das (gerade noch teilweise deutschsprachig geführte) Gymnasium besuchte, ging Wittlin, 1896 in Dmytrów bei Radziechów zur Welt gekommen, in Lwów (Lemberg) zur Schule. Beide studierten in Wien, wo sie sich kennen lernten und enge Freunde wurden.

Lwów blieb für beide ein wichtiger Ort im Leben, da sie dort immer wieder hinkamen, ja sogar dort vorübergehend lebten – verbunden auch durch eine gemeinsame Bezugsperson, die viel zu ihrer Bildung beigetragen hatte: die überaus belesene und sprachbegabte Privatlehrerin Helene von Szajnocha-Schenk.

Roth wurde rasch ein erfolgreicher Journalist und Schriftsteller; er lebte zumeist in Deutschland, seit 1925 immer wieder und über längere Zeiträume in Paris.  Seine Erfolge bei der Frankfurter Zeitung und seine Romane (darunter „Hotel Savoy“, „Hiob“, „Radetzkymarsch“) brachten zwar viel Geld ein, doch gab es Roth noch schneller aus.

Wittlin hingegen lebte mit seiner Frau Halina in ärmlichen Verhältnissen in Łódź, dann in Warschau als Lehrer, Dramaturg, Journalist, Lyriker. Als Schriftsteller arbeitete er langsam und konzentriert – an einer Übersetzung der Odyssee (1924) und an einem historischen Roman, dessen erster Teil 1935 auf Polnisch („Sól ziemi“) und 1937 auf Deutsch erschien, mit einer Einleitung Roths, der auch bei der Übersetzung half: „Das Salz der Erde“ – eine satirische Reminiszenz der k.u.k. Monarchie und des Krieges. Wittlin hingegen übersetzte mehrere Romane Roths ins Polnische.

Als Wittlin 1940 mit seiner Frau und seiner Tochter (unter unwiederbringlichem Verlust der Manuskripte seiner literarischen Arbeiten) vor dem Nationalsozialismus in die USA flüchtete, war Roth schon in Paris gestorben – ein Jahr zuvor, nachdem er jahrelang gegen die faschistische Barbarei publiziert hatte.

Mit der Podiumsdiskussion über Joseph Roth und Józef Wittlin beginnt das Polnische Institut Wien eine Reihe von Veranstaltungen zum Thema „Große polnisch-österreichische Freundschaften“.
Podiumsteilnehmer: Prof. Maria Kłańska (Jagiellonen-Universität, Krakau), Prof. Ryszard Zajączkowski (Katholische Universität Lublin), Dr. Heinz Lunzer und Dr. Victoria Lunzer-Talos.
 
Polnisches Institut Wien
Eintritt frei. Anmeldung erforderlich 01/ 533 89 61


Text der Internationalen Joseph Roth Gesellschaft

Samstag, 14. Februar 2015

Mittwoch, 7. Januar 2015